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Testosteron

Der "Stoff" aus dem Männer sind

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es hat unterschiedliche biologischen Wirkungen die sich auch in den unterschiedlichen Lebensphasen des Mannes anders zeigen:

Schon im Mutterleib ist Testosteron dafür verantwortlich, dass sich ein männlicher Fetus entwickelt.
In der Pubertät sorgt Testosteron für die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale.
Beim erwachsenen Mann steuert Testosteron alle Fortpflanzungsfunktionen, wie die Bildung der Spermien, die Erektion (Steifigkeit des Penis) und vor allem das sexuelle Verlangen. Darüber hinaus hat Testosteron eine Reihe weiterer wichtiger Effekte, die für das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung des Mannes eine entscheidende Rolle spielen.

Testosteron wird im vor allem im Hoden gebildet. Ein kleiner Teil, ca. 5 %, stammt aus der Nebennierenrinde.

Krankheits- oder altersbedingt kann es zu einem Testosteronmangel kommen, der zu vielfältigen Beschwerden und ernsthaften Krankheiten führen kann. Man spricht dann auch von einem Testosteron-Mangel-Syndrom.

Testosteronwirkung

  • Erhalt der männlichen Körperbehaarung
  • Stimulierung des Bartwuchs
  • Hautdurchfettung (Stimulierung der Talgdrüsen)
  • Muskelaufbau
  • Verringerung desKörperfettes zu Gunsten der Muskulatur
  • Stabilisierung des Knochensystems
  • Erhöhung der Knochendichte
  • Steigerung der Libido
  • Positive Stimmung
  • Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit
  • Spemienbildung
  • Erektion
  • Stabilisierung der Abwehrkräfte

Bei einer Unterfunktion des Hodens kommt es zu Testosteronmangel oder einem Testosteron-Mangel-Syndrom. Wir Andrologensprechen von Hypogonadismus. Testosteronmangel kann beim Mann zu vielfältigen Beschwerden und ernsthaften Erkrankungen führen, aber auch vielfältige Ursachen haben.
Er kann angeboren sein, aber auch erst im Laufe des Lebens entstehen (z.B. durch Krankheiten oder Unfälle).
Erst in den letzten Jahrzehnten hat man erkannt, dass es auch altersbedingt zu Testosteronmangel , den sog. "männlichen Wechseljahren"kommen kann. Etwa ein Drittel aller Männer in der zweiten Lebenshälfte ist betroffen.
Die Symptome und Folgen eines Testosteronmangels hängen davon ab, ob das Hormondefizit bereits vor der Geburt, vor der Pubertät oder erst beim erwachsenen Mann auftritt.

Mangelsymptome

  • Depression
  • Antriebsschwäche
  • Konzentrationsprobleme
  • Zunahme des Fettgewebes im Bauchbereich und der Brustdrüse
  • Rückbildung der Muskeln
  • Gelenkbeschwerden
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Abnahme der Körpergröße
  • Osteoporose
  • Frakturen
  • Hitzewallungen
  • Nachtschweiß
  • Innere Unruhe
  • Herzrasen
  • Rückgang der Libido
  • Rückgang der Potenz
  • Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit
  • Haarverlust im Bereich der Achseln, des Bartes und am Körperstamm
  • Leistungsschwäche
  • Müdigkeit

Wenn es Anzeichen für Testosteronmangel gibt, wird der Arzt diesem Verdacht mit verschiedenen diagnostischen Maßnahmen nachgehen. Dazu gehören:

  • Das Arzt-Patienten-Gespräch. Es dient dem genauen Erfassen der Beschwerden und der Krankheitsgeschichte.
  • Die allgemeine körperliche Untersuchung
  • Laboruntersuchungen (vor allem die Bestimmung von Hormonwerten)

Unter Berücksichtigung dieser Untersuchungsergebnisse können ergänzende Untersuchungen notwendig werden. Dazu gehört z.B. die Bestimmung der Knochendichte beim Verdacht auf Osteoporose. Bei unerfülltem Kinderwunsch wird das Ejakulat (Sperma) des Patienten hinsichtlich der Fruchtbarkeit untersucht.

Testosteronsubstitution

Ist ein Testosteronmangel nachgewiesen, kann das fehlende Hormon als Medikament zugeführt werden.

Für die Testosteronbehandlung stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. In der Regel wird entweder eine Behandlung mit einem Gel welches täglich auf die Haut aufzutragen ist, vorgenommen, oder der Patient erhält eine Depot-Spritze die das Hormon über 3 Monate kontinuierlich an den Körper abgibt

Die Wirksamkeit der Testosteronbehandlung ist erwiesen: Das psychische und physische Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit werden erheblich gesteigert. Spätfolgen eines Hormonmangels (wie z.B. Osteoporose) kann vorgebeugt werden.

Testosteron zeichnet sich durch gute Verträglichkeit und therapeutische Sicherheit aus. In einigen Fällen darf die Testosteronbehandlung nicht durchgeführt werden. Hier ist auf urologischem Gebiet vor allem das Vorliegen eines unbehandelten Prostatakrebses eine absolute Kontraindikation.

Die Aussage, dass Testosteron-Gabe einen Prostatakrebs auslöst bwz. erzeugt ist schlichtweg falsch.

Die Testosteronbehandlung wird individuell an das Lebensalter und die aktuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst. Durch eine regelmäßige Therapiekontrolle werden die Verträglichkeit und der Erfolg der Behandlung überwacht.

Testosterongabe und Kassenmedizin

Leider ist auch die Testosteronsubstitution in den meisten Fällen nicht Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Kassen, sie wird im allgemeinen als sog. "Lifestyle-Therapie" eingestuft und muss in diesen Fällen vom Patienten selbst getragen werden.

Die Hormonsubstitution bei den Wechseljahren der Frau ist allerdings sehr wohl im Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen enthalten !