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PSA-Test

PSA

Der PSA-Test ist der zentrale Bestandteil einer medizinisch sinnvollen urologischen Vorsorgeuntersuchung, aber allerdings kein Bestandteil der von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlten Vorsorgeuntersuchung, die der Mann ab dem 45 Lebensjahr beanspruchen kann.

Zahlen und Fakten

  • ca. 60.000 Neuerkrankungen an Prostatakrebs pro Jahr.
  • ca. 11.000 Männer sterben pro Jahr an Prostatakrebs.
  • nur ca. 20 % aller Männer nutzen die gesetzliche Früherkennungsuntersuchung
  • momentan haben etwa 100.000 Männer in Deutschland einen Prostatakrebs

Aufklärungsbroschüre

Es gibt eine sehr gut gemachte Aufklärungsbroschüre zum Thema Prostatakrebsfrüherkennung die wir Ihnen gerne zur Lektüre empfehlen.


PSA macht Früherkennung möglich

Ohne den PSA-Test bleibt nur die Untersuchung der Prostata mit dem Finger und die ist oft erst dann "positiv", wenn der Prostatakrebs sich bereits in einem nicht mehr heilbaren Zustand befindet.

PSA alleine reicht nicht

Das Ergebnis des PSA-Tests allein betrachtet bietet uns, ausser in sehr wenigen Fällen, keinerlei Möglichkeit der Aussage.
Erst wenn wir den Patienten, sein Alter, seine Prostatagröße, den Tastbefund der Prostata, eine Urin- und ggf. Spermabakteriologie kennen, können wir eine vernünftige Aussage treffen.
Ohne den PSA-Test aber auf keinen Fall.

Erhöhtes PSA ist nicht gleich Prostatakrebs

Ein erhöhtes PSA kann neben einem Prostatakrebs auch folgende Ursachen haben:
- akute oder chronische Prostatitis (Prostataentzündung)
- gutartige Prostatavergrößerung
- längerer Druck auf die Prostata bzw. den Dammbereich (z.B. Radfahren)

PSA senkt nicht die Sterblichkeit

...diese These ist momentan durch die Analyse einer großen europäischen Studie eindeutig widerlegt, allerdings behauptet eine nahezu zeitgleich veröffentlichte amerikanische Studie das Gegenteil - diese Studie hat jedoch methodische Fehler. Die europäische Studie kommt zu dem Resultat eines 30 prozentigen Überlebensvorteil für PSA-untersuchte Männer, im Vergleich zu nicht untersuchten Männern.

Wenn ein Prostatakrebs vorliegt ist der PSA-Test im Durchschnitt 3 Jahre vor der Untersuchung mit dem Finger auffällig und meistens treffen wir den Krebs dann noch in einem heilbaren Stadium an.

Bei generellem Verzicht auf den PSA-Test werden Prostatakarzinome in der überwiegenden Mehrzahl zu spät diagnostiziert werden, eine Heilung ist dann oft nicht mehr möglich, mit der Folge, dass der Patient noch "in den Genuss" der Probleme, die ein Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium macht, kommt.

PSA und seine Probleme

PSA-Werte unter 4 ng/ml werden vom Nicht-Urologen immer noch als normal betrachtet. Das ist FALSCH. Der PSA-Wert ist vom Alter und von der Größe der Prostata abhängig. Radfahren und Geschlechtsverkehr, wie auch das direkte Tasten vor der Blutentnahme, können den PSA-Wert verfälschen.

Altersspez. PSA-Obergrenzen

Alter (Jahre) PSA im Blut (ng/mL)
40-49 2,5
50-59 3,5
60-69 4,5
70-79 6,5

Kritische Wertung

Der PSA-Test ist keineswegs perfekt.

Männer mit einem PSA-Spiegel unter der altersspezifischen Grenze können trotzdem ein Prostatakarzinom haben.
Darüber hinaus haben viele Männer mit einem PSA-Spiegel zwischen der altersspezifischen Obergrenze von „normal“ und 10 ng/mL keinen Prostatakrebs. Dies lässt sich auf die Tatsache zurückführen, dass PSA nicht krebsspezifisch ist und sowohl von krebsartigen als auch von normalen Prostatazellen produziert wird. Folglich haben Männer mit gutartigen Prostataerkrankungen wie z. B. der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH, Prostatahyperplasie) oder der Prostatitis (Prostataentzündung) einen erhöhten PSA-Wert (höher als 2,5-4 ng/mL).

Je größer die Zahl der Prostatazellen / Größe der Prostata, umso höher der PSA-Spiegel im Blut.